Autorenworkshop: Klima-Dystopien & -Utopien

Am Montag vor den Ferien (3.7.) konnten sie einige Schüler*innen der 7d sowie der E03 über einen kostenlosen Besuch im Klimahaus freuen.
Gemeinsam mit der Autorin Janina Rehak wurde das Klimahaus nämlich zur Kulisse für Inspiration, die nach einem kurzer Praxisphase und einem fixen Rundgang durchs Klimahaus in kleinen Schreibprojekten zur Geltung kam. Dabei war die literarische Form am Ende völlig egal, sodass kurze Gedichte, lange Poetry Slam Texte, Kurzgeschichten und Appelle für mehr Klimaschutz entstanden.

Die Schüler*innen und Schüler sowie Frau Nies, welche die Gruppe begleitete, hatten ihren Spaß und haben die Zeit für kreatives Schreiben, Nachdenken über das Klima und die Beschäftigung mit Dystopien und Utopien genutzt.

©2023 Lloyd: Schüler*innen im Klimahaus
Erkundungen im Klimahaus auf der Suche nach Inspiration

Dystopie = fiktive Vision einer Welt, die schlechter ist als die Welt, in der wir leben

Utopie = fiktive Vision einer Welt, die ideal oder perfekt ist und die es somit in der Realität nicht geben kann

Wir bedanken uns herzlich bei junge globale°, die diese Begegnung ermöglicht haben.

Unser Leben besticht durch Harmonie
Transparenz und Offenheit sind Grundpfeiler unserer Kolonie
Ohne Probleme und Klimakrise finden wir Frieden
Persönliche Freiheit, weit entfernt von Kriegen
Immer Wohlstand, Jahr für Jahr
Ein schönes Leben … wäre es doch wahr

Kreative Ergebnisse zum Thema „kulturelle Identität“

Schüler*innen der Q1 befassten sich im Psychologie-Unterricht mit dem Thema „kulturelle Identität“

Dabei sollten Sie u.a. zu den Bereichen Zuhause in der Fremde, Heimweh, Fernweh, Sehnsuchtsort Zuhause zunächst fünf bis zehn Minuten alles aufschreiben, was Ihnen dazu einfällt: Aus diesem Material wurde dann ein kurzer Text oder ein Vierzeiler  verfasst.

Die (anonymen) Ergebnissen können sich sehen lassen:

Zuhause, ein Land, ein Ort, ein Gebäude. 
Aber vor allem doch die Menschen. 
Das Gefühl von Sicherheit, angekommen sein. 
Zuhause ist Akzeptanz, Liebe, Lachen und Geborgenheit.

Ich habe kein Heimweh, 
bloß Sehnsucht nach der Ferne, 
denn ich bin in der Welt zuhause,
dort fühl‘ ich mich wohl. 

Heimat 
Im Fluss der Erinnerungen 
Fließt die alte Fremdheit: 
Heimat; der Geruch des morgigen Säureregens 
Heimat; die aufgehende Sonne hinter den Schultern der müden Berge
Heimat; die singende Tochter der Mutter Natur
Formlos, gebietslos, frei, Heimat

Gewonnen: Förderpreis des Geschichtswettbewerbs

Finja Groth aus der E3 hat beim Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten einen Förderpreis gewonnen. Sie wird ausgezeichnet für ihre Arbeit zu Louise Meibergen, die im und nach dem Zweiten Weltkrieg in Bremerhaven als Witwe eines Juden um den Wiederaufbau ihres Hauses und ihres Betriebes kämpfte.

Siegerehrung Förderpreis Geschichtswettbewerb
Siegerehrung Förderpreis Geschichtswettbewerb

Herzlichen Glückwunsch, Finja!

Tolle Erfolge beim Vorlesewettbewerb!

Unsere Schülerin Jule Böcker aus der Klasse 6a hat sehr erfolgreich am Vorlesewettbewerb teilgenommen. Zunächst als Zweitplatzierte in der Klasse prämiert, vertrat Jule die erkrankte ursprüngliche Klassensiegerin bei der schulinternen Wettbewerbsrunde – und gewann.
Dann durfte sie am stadtweiten Ausscheid teilnehmen, den sie ebenfalls als Siegerin abschließen konnte. Somit fuhr Jule nach Bremen, um am Landeswettbewerb als Vertreterin für Bremerhaven teilzunehmen.

Dort las sie unter anderem aus dem Buch, mit dem ihr sie auf dem Foto abgebildet seht: Die drei ??? – Im Wald der Gefahren.
Den Landesausscheid gewann ein Schüler aus Bremen, aber Jule ist deswegen nicht traurig, sondern trotzdem stolz – und wir sind es mit ihr.
Sie erzählt: „Ich fand den Vorlesewettbewerb richtig gut, auch wenn ich ein bisschen nervös war. Zum Glück war ich nie als erstes mit Lesen dran. Ich war überrascht, dass ich so weit gekommen bin. Es war auf jeden Fall ein tolles Erlebnis!“ 

(c) Lloyd 2023: Wir sind stolz auf dich Jule!

Kunst-LK nimmt erfolgreich am Europäischen Wettbewerb teil

Europäisch gleich bunt“ war das Motto des 70. Europäischen Wettbewerbs.
Auf kreative Weise konnten dort Schüler*innen aus ganz Deutschland Beiträge zu verschiedenen Aufgaben anfertigen und einreichen, die sich mit einem vielfältigen und demokratischen Europa auseinandersetzten. Dabei durfte das Medium frei gewählt werden, ob man z.B. ein Bild, Modell oder Film gestaltete, war den Schüler*innen selbst überlassen.

(c) Lloyd 2023: Siegerehrung

Der Leistungskurs im Fach Kunst (Q1) des Lloyd Gymnasiums schnitt in diesem Jahr dabei sehr erfolgreich ab.
Insgesamt erhielt der Kurs einen Sonderpreis für ihre Gesamtleistung, darüber hinaus durften sich Lisa-Maria Simonek über einen Sonderpreis in der Kategorie Zeichnung freuen und Milena Ciumacenco, Kayra Kücükyilmaz und Karina Neumann gewannen Landespreise im Bundesland Bremen.
Die Arbeit der letzteren beiden, ein Modell zu dem Thema „We all come from the same roots but the leaves are all different“ beeindruckte die Jury sogar so sehr, dass sie auch auf Bundesebene einen Reisepreis zu einem Jugendseminar gewannen.

Wir gratulieren herzlich allen Gewinnerinnen und freuen uns schon auf den Wettbewerb im nächsten Jahr!

Autorenworkshop in der Q1

In Zusammenarbeit mit dem Projekt „Junge Globale“ der Landeszentrale für politische Bildung hat sich der Deutschkurs von Frau Reinhard am 22. Mai gemeinsam mit der Autorin Leyla Bektas mit dem „Schreiben über meine Familie“ auseinandergesetzt. 

Zunächst haben die Schüler*Innen mithilfe eines Interviews Fragen über ihre Familie beantwortet. Hierbei lag der Fokus auf Sprachen, die in der Familie gesprochen werden, und Orten, an denen Familie lebt oder gelebt hat. Es sollte außerdem eine Person benannt werden, welche besonders faszinierend sei. Über einen gemeinsamen Austausch über die gesammelten Informationen wählten die Schüler*Innen dann eine Person ihrer Familie aus, um anschließend über diese zu schreiben. 

Als Vorbereitung des Schreibprozesses dienten mehrere Vorübungen. Alle fertigten eine eigens erstellte Karte an, aus welchen Regionen Familienangehörige stammen, welche Reise sie im Laufe ihres Lebens gemacht haben. Hierbei taten sich spannende Orte und Verbindungen auf. Über Sri Lanka, Russland, Bulgarien und viele weitere Länder war alles vertreten und diese Vielfältigkeit zeigte sich in den gesprochenen Sprachen. Frau Bektas leitete dann eine erste Übung an, welche die Schüler*Innen in den Schreibprozess bringen sollte. Alle schrieben, ohne Vorbereitung, fünf Minuten, ohne vorher darüber nachzudenken, worüber sie schreiben werden. Ganz anders al sonst in der Schule, soll man doch immer überlegen, bevor man schreibt und strukturiert sein. Einige schrieben sofort los, anderen fiel es sichtlich schwer einen Anfang zu finden. Fazit: Die Gedanken kommen beim Schreiben. Und faszinierend, wie schnell fünf Minuten auf einmal vorbei sind.

Nach einer kurzen Pause widmete sich der Kurs dann dem eigentlichen Schreibprodukt. Es sollte um die bereits ausgewählte Person gehen, welche sich zu einer bestimmten Zeit, an einem bestimmten Ort befindet. Welche Gedanken gehen ihr durch den Kopf? Was fühlt sie? 

Die Schüler*innen wählten verschiedene Herangehensweisen. Personen wie die Oma, die Mutter oder auch die Perspektive des Familienhundes wurden ausgewählt. 

Abschließend wurden einige Schreibprodukte in der Runde vorgelesen und es wurde Feedback gegeben. Viele Schreibprodukte waren sehr intim, sehr persönlich, und somit kostete es Mut sich der Gruppe zu öffnen und einen Teil von sich und der eigenen Geschichte offenzulegen. Diese Erfahrung war für alle Beteiligten bereichernd. Frau Reinhard stellte fest, ihren Kurs von einer ganz anderen, persönlicheren, Seite kennengelernt zu haben, als es im normalen Unterricht möglich wäre. Frau Bektas führte die Schüler*Innen wertschätzend und sicher durch die Auswertung der Texte. 

Als Fazit bleibt: Der Tag hat gezeigt, welche Bedeutung das Schreiben haben kann. Während des Prozesses kommt die Erinnerung. Werden Emotionen frei. Schreiben kann ein Mittel der Verarbeitung sein. Ein Mittel, um Gedanken zu sortieren oder Klarheit über eine Situation zu erhalten. Schreiben kann einen selbst und andere berühren. Und: JEDE und JEDER kann schreiben.

Ein großes Dankeschön an Frau Bektas für den spannenden Tag und zahlreiche neue Impulse sowie an Frau Prötzel von der Landeszentrale für politische Bildung für die Organisation und das Möglichmachen einer Zusammenarbeit zwischen Schüler*Innen und Autor*Innen!

Außerordentlich gute Berufs- und Studienorientierung

Der Aktionsrat Bildung wird durch die Vereinigung der bayrischen Wirtschaft VBW unterstützt. Zur Vorstellung des diesjährigen Gutachtens des Aktionsrates Bildung zum Thema BILDUNG UND BERUFLICHE SOUVERÄNITÄT am 03.05.23 war unsere Schulleiterin Claudia Lissé eingeladen, um aus der Praxis einer von bundesweit drei ausgewählten Schulen zu berichten. Neben den Schulleitern einer bayrischen Mittelschule und einer niedersächsischen Berufsschule stellte sie die Berufs- und Studienorientierung am Lloyd Gymnasium vor. Mit unserem durchgehenden Konzept und einigen Besonderheiten wie den Clubs (Juristen-, Mediziner- und Journalistenclub) in der GyO, der Mitgliedschaft im Netzwerk Schule-Wirtschaft-Wissenschaft, unserem MINT-Profil oder auch der inhaltlichen Ausrichtung eines aktuellen ERASMUS+-Projektes auf europäische Möglichkeiten im Bereich der Praktika und des Studiums in unseren Partnerländern in Portugal, Griechenland, Italien und der Türkei sowie einer gelungenen Mischung aus Verbindlichkeit und Angeboten ist die Berufs- und Studienorientierung am Lloyd beispielhaft.

Erasmus am Lloyd

Vom 01. bis zum 05.05.23 waren unsere Erasmus-Partner aus Italien, Griechenland, der Türkei und Portugal mit insgesamt 22 Schüler*innen und acht Lehrkräften zu Gast. Es war das letzte Treffen in Zusammenhang mit unserem Projekt zur Berufsorientierung „Career orientation in schools – curricula“, das sich über drei Jahre erstreckte. 

© 2023 Lloyd: Erasmus 2023

Die Aufgabe dieses Treffens für die Schüler*innen bestand darin, ein Padlet ihrer Region mit Firmen und Institutionen zu präsentieren, die Praktika und Ausbildungsplätze anbieten. Außerdem wurden von den Schüler*innen Fragebögen auf Englisch erstellt, mit denen sie die Schüler*innen unseres Jahrgangs acht zu ihren Erwartungen an das Praktikum, und die Schüler*innen des Jahrgangs neun zu ihren Erfahrungen im Praktikum interviewten. Die Ergebnisse werden mit den anderen Produkten der Treffen in Italien, Griechenland, der Türkei und Portugal auf einer Homepage zusammengefasst, die Ende August fertiggestellt sein wird.

Vielen Dank noch einmal an die Klasse 6d von Herrn Dopp, die sich bereit erklärte, die internationale Schüler- und Lehrergruppe durch die Schule zu führen. Auch ein herzliches Dankeschön an die Klasse 8b1 von Frau Kuncova für die wirklich sehr schönen Willkommens-Plakate auf Türkisch, Griechisch, Portugiesisch und Italienisch und natürlich ein dickes Lob an Herrn Jahic für die tolle Bewirtung!

Wir freuen uns auf ein Wiedersehen – hoffentlich bald – innerhalb eines neuen Erasmus-Projektes! (BUS)

„Ich will Zeugnis ablegen bis zum letzten“ – Eine Lesung aus den Tagebüchern Victor Klemperers am Lloyd Gymnasium Bremerhaven

Geschichte erschien mir nie als ferne Vergangenheit, sondern ragte in meine Gegenwart hinein“, sagte Renatus Deckert, Journalist und Autor aus Lüneburg, als er am 8. März in der Aula des Lloyd Gymnasiums Bremerhaven in zwei Durchgängen aus den Tagebüchern von Victor Klemperer liest. Sein Publikum: Schüler*innen der neunten bis 12. Klassen.

(c) Lloyd: Klemperer-Lesung

Um sein besonderes Interesse an dem Fall Viktor Klemperer (1881-1960) zu erklären, begann er kurz von seiner Heimat Dresden und dem damit einhergehenden, stark ausgeprägten historischen Interesse zu berichten. Die vielen Ruinen hätten ihn immer wieder zu einer Spurensuche angeregt, und nach weiterer Beschäftigung mit der Geschichte in der Schule sei ihm bewusst geworden, dass ihn besonders die Perspektive der Opfer interessiere.

Viktor Klemperer war geborener Jude, konvertierte aber im Laufe seines Lebens zum Christentum. Des Weiteren diente er bereits im Ersten Weltkrieg und war mit einer, laut der ideologischen Terminologie der Nationalsozialisten, „arischen“ Frau verheiratet. Als zwangsemeritierter Professor der Romanistik wollte er ein Geschichtsschreiber der Katastrophe sein und Zeugnis ablegen für die Zeit danach. Und so führte er ein ca. 1500 Seiten umfassendes Tagebuch, dessen Entdeckung den sicheren Tod bedeutet hätte. Sein minutiöser Bericht ist ein einmaliges Dokument über den Alltag der Judenverfolgung.

Worte, so diagnostiziert der jüdische Romanist Victor Klemperer, seien wie „winzige Arsendosen“, und er erfährt diese tödlichen Verbalgaben permanent in Dresden während des Dritten Reiches.

Seine Frau, Eva Klemperer, hielt dabei immer zu ihm, zog mit ihm ins jüdische Ghetto und wich nicht von seiner Seite. So begab sie sich zwar selbst in Gefahr, doch stellte sie auch Mut, Tapferkeit und Liebe unter Beweis.

Die zeitlichen Abschnitte des Tagebuchs erstrecken sich dabei über die Jahre 1933-45 und verdeutlichten wichtige Informationen, wie beispielsweise die Thematik der Konzentrationslager, die durchaus in der Bevölkerung bekannt gewesen war.

Es ist ein Beweis dafür, dass selbst ein isolierter, von der Gesellschaft abgeschnittener Mensch von den Machenschaften und Verbrechen des NS-Regimes gewusst hat und stellt somit das Gegenargument zu der allgemein verwendeten Aussage „Man hätte nichts von den Deportationen etc. gewusst“.

Herr Deckert leitete das Publikum durch die verschiedenen Etappen dieser zwölf Jahre aus Klemperers Perspektive: die Enteignung jeglichen Besitzes, das Einkaufen als jüdische Person, ohne ein Recht auf Schokolade oder sonstige „gute Sachen“, die ständige Angst vor Besuchen von der Gestapo und den Bombenangriff auf Dresden.

Dem Ehepaar gelang in den Wirren der Bombardierung Dresdens im Februar 1945 die Flucht, das Kriegsende erlebte es in Bayern. Als sich Victor Klemperer Mitte Mai dort ein Beil von einem Nachbarn zum Holzspalten auslieh und ein ausrangiertes Schild mit der Aufschrift „Die Juden sind unser Unglück“ entdeckte, war verständlicherweise seine Lust unbändig, dieses Schild zu zerhacken.

Nach einer kurzen Pause, um „die Eindrücke sacken zu lassen“ gab Herr Deckert den Schüler*innen ausreichend Zeit, ihre zahlreichen, klugen und interessierten Fragen stellen zu können, was die insgesamt 90minütige Veranstaltung in angemessener Weise abrundete.

Wir danken Herrn Deckert herzlich für diese klug gewählten Passagen aus den Tagebüchern Klemperers, die er immer wieder mit weiteren Hintergrundinformationen einordnete und können diese Lesung absolut empfehlen.

Weitere Informationen: https://www.renatus-deckert.de/victor-klemperer.html

Orchesterworkshop

Am 22.2. besuchte Herr Feuchte vom philharmonischen Orchester die 9d, um mit ihnen das Schulkonzert am 6.3. inhaltlich vorzubereiten. Neben Instrumentenkunde wurden Ausschnitte aus dem Konzert „Musik und Natur“ gehört und besprochen.