Darstellendes Spiel


„Der wahre Schauspieler ist von der unbändigen Lust getrieben, sich unaufhörlich in andere Menschen zu verwandeln, um in den anderen am Ende sich selbst zu entdecken.“    Max Reinhardt

Theater ist ein lebensgefährliches Abenteuer, das man immer lebend übersteht, also ein Paradox.

Theaterspielen bildet in sprachlicher, soziokultureller und ästhetischer Hinsicht. Wir gehen spielerisch mit Sprache um und entdecken nicht nur ihren kommunikativen, sondern auch ihren ästhetischen Wert: Wie wunderbar verächtlich man Wörter wie „verlottert“ oder „Person“ aussprechen kann, wie wunderschön ein banales Wort wie „Christbaumkugel“ klingen kann.

„Can’t touch this – or can you?“ Das Fach „Darstellendes Spiel“ stellt sich vor. (2021-2)

Wir erleben und begreifen uns und andere in ganz neuen Zusammenhängen und Rollen und lernen uns selbst und unsere Gegenüber völlig neu kennen: die brave kleine Streberin ein intrigantes Luder! Das arrogante Großmaul ein heulendes Häufchen Elend! Wir gestalten uns und eine leere Bühne völlig neu: Eine Lederjacke, eine Wollmütze, ein bunter Schal, und wir sind ein neuer Mensch, fühlen uns völlig anders, bewegen uns anders… und werden völlig anders wahrgenommen. Eine Wolldecke mit ein paar Stofftieren – die Bühne ist ein Kinderzimmer. Ein Eimer, ein paar Schrubber, ein Seemannslied – die Bühne ist ein Schiffsdeck.

Theater ist Abenteuer, eine aufregende Entdeckungs- und Bildungsreise durch die Welt und durch die Zeit, durch die Geschichte, durch die Weltliteratur – und durch uns selbst.

Das Fach in der Oberstufe am Lloyd Gymnasium

Das Fach DARstellendes Spiel vermittelt in besonderem Maße Skills, die in vielen Lebensbereichen angewandt werden können: Kooperationsfähigkeit, deutliches Sprechen, klare Körpersprache, bestimmtes Auftreten, Signale senden und deuten, sich selbstbewusst präsentieren und vieles mehr.

Im zwei- bis dreijährigen Grundkurs lernt ihr spielend Grundlagen des Schauspielens (siehe „Themenbereiche“). Ihr beobachtet und entdeckt andere und euch selbst. Ihr geht an eure Grenzen und über sie hinaus.
„Das kann ich nicht! – Das kann ich ja doch!“
Ihr baut Hemmungen ab, entwickelt Vertrauen zu anderen und zu euch selbst. Ihr schärft eure Wahrnehmung und eure Sensibilität. Ihr lernt, euch in Charaktere einzufühlen und sie zu verkörpern. Ihr entdeckt euch selbst im Fremden, Neuen, Ungewohnten.
„So bin ich überhaupt nicht! – Vielleicht doch…?“
Ihr nehmt die verschmierte Brille der Gewohnheit ab und reinigt sie langsam und gründlich und lernt, genau hinzusehen und zu beobachten.
Bringt Neugier, Lust aufs Spielen, den Willen, euch auszuprobieren, Engagement und Disziplin mit. Und dann geht’s los… auf der Bühne des Lloyd Gymnasiums!

Themenbereiche der Oberstufe

Einführungsphase (E) – 2 Halbjahre

Raum- und Rhythmusgefühl; Grundlagen körperlicher und stimmlicher Ausdrucksmittel; Improvisationen und kleine Spiel-szenen; Entwicklung der Emotionaliät und sensorischen Wahr-nehmung; Die Bühne als Ort und Raum; Einsatz von Requisiten, Kostümen, Licht, Musik; Theatertheoretische Grundkenntnisse

Qualifikationsphase (Q) – 4 Halbjahre

Interpretation von Bühnentexten; Rollenanalyse und Rollenfindung; Text und Subtext; Hochstatus und Tiefstatus; Geschichte des Theaters (Bühnenformen, gesellschaftliche Funktion des Theaters im Wandel); Spiel- und Regiekonzepte; Szenenarbeit; Erarbeitung und Inszenierung eines Stücks

Q1: Die Hintergründe des Theaters darstellerisch „frisch“ erklärt: Das „Bürgerliche Trauerspiel“ bei Lessing (2021): „Lessing ist besser als eine Schlaftablette“ (2021)
Q1: Die Hintergründe des Theaters darstellerisch „absurd verklärt“: „Das absurde Theater“ (2021)

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Hr. Bergfeld (Fachbereichsleitung)
und Fr. Navarrette