Informatik


Das Fach in der Oberstufe

Das Unterrichtsfach Informatik in der gymnasialen Oberstufe soll zu Beginn der Einführungsphase allen SchülerInnen – unabhängig von ihrer vorherigen Fächerwahl und -kombination in der Sekundarstufe I – offenstehen.

Im Vordergrund stehen die Analyse und Konstruktion komplexer Softwaresysteme, die regelmäßig untereinander und/oder mit Menschen interagieren.

Die Beeinflussung des gesellschaftlichen Lebens durch technische Systeme reflektieren zu können, ist als übergeordnetes Ziel des Fachs anzusehen: Die analytische und besonders auch die kon-struktive Arbeit mit Informatiksystemen soll die SchülerInnen dazu befähigen, die Informationsgesellschaft, in der sie jetzt leben und in Zukunft leben werden, als Vertiefung der Industriegesellschaft nachzuvollziehen und so aktiv und kritisch am demokratischen Meinungsbildungs- und Entscheidungsfindungsprozess teilzunehmen.

Ein grundlegendes fachliches Interesse der SchülerInnen sollte unbedingt vorausgesetzt werden, da sie immer wieder mit der Gleichgültigkeit einer Maschine zurechtkommen müssen, die ohne jede Rücksicht sämtliche Fehler in den Lösungsversuchen offenlegt. Diese Hürde kann man nur durch einen tatsächlichen Lernzuwachs in den Bereichen des strukturierten und Fremdverhalten antizi-pierenden Denkens überwinden.

Am Lloyd Gymnasium werden keine Vorkenntnisse aus der Informatik gefordert. Ein heimischer Computer ist keine Voraussetzung, erleichtert aber das Üben sowie Bearbeiten von Monatsaufgaben.

Wichtig sind vor allem überfachliche Kompetenzen, insbesondere eine konzentrierte Arbeitshaltung sowie Lust an und Durchhaltevermögen bei komplexen Aufgaben. Auch ist es notwendig, keine Berührungsängste vor Abkürzungen und den i.d.R. englisch-sprachigen Fachbegriffen zu haben.

Informatik ist keine Naturwissenschaft, sondern die einzige technische Wissenschaft, die in der Oberstufe gewählt werden kann. In der Abiturprüfung kann Informatik eingebracht werden, allerdings ausschließlich als 4. Fach (d.h. mündliche Prüfung, dezentrale Aufgabenstellung).

Themenbereiche in der Oberstufe:

Einführungsphase (E) – 2 Halbjahre

E 1: Grundbegriffe des informatischen Denkens, insbesondere sollen
Eingabe-Verarbeitung-Ausgabe und die Unterscheidung zwischen
Geschäftslogik und Benutzerinteraktion erkundet werden.
Vertiefung der Geschäftslogik einer Software im Bereich der
ereignisorientierten Programmierung anhand von Apps.

E 2: Formalisieren und Anwenden der bisherigen Programmierkenntnisse,
insbesondere Erstellen von Apps mit grafischer Benutzerschnittstelle.

Hinweis: Aufgrund der kurzfristigen Einführung von iPads im Land Bremen
befindet sich der Informatikunterricht momentan im Umbau, so dass es zu
Verschiebungen in der Themenfolge kommen kann.

Qualifikationsphase (Q) – 4 Halbjahre

Q1.1: Dynamische Datenstrukturen, angewandt auf Netzwerkoperationen durch eine Kombination aus Java-Server und Android-Client-App.
Benutzerhandbuch mit einer Textverarbeitung.

Q1.2: Erweitern des Servers um eine SQL Datenbankanbindung.
Dokumentation mit dem E-R-Kalkül.

Q2.1: Komplexitätsanalyse anhand von Sortier- und Kryptologieverfahren.

Q2.2: Vertiefen der bisherigen Inhalte im Rahmen eines Wahlmoduls:
XML, 3-D-Grafik, aktuelle Kryptologie, Steganographie

Hr. Dr. Nawrath
Fachbereichsleitung