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Dienstag, 24. November 09
Von: Tim, Ben, Björn

Am Lagerfeuer war das Eis gebrochen - Lloyd besucht Partnerschule in Danzig

Von ihrer Fahrt nach Polen berichten Tim, Ben und Björn.

Eine bunt zusammengewürfelte Truppe von Schülern des Lloyd Gymnasiums brach vor kurzem zu einer Reise ins Unbekannte auf nach Danzig. Die 24 Jugendlichen der Klassen neun bis elf nahmen an einem Schüleraustauschprogramm nach Polen teil, um dort Englisch zu lernen. Die Partnerschule, ein Gymnasium in Danzig, ist ebenfalls eine bilinguale Schule, und so sollten die Schüler einen Einblick in Land und das Leben der Leute bekommen. Geflogen wurde ab Bremen bis Danzig. Natürlich wusste niemand wirklich, was ihn erwarten würde, daher war die Stimmung im Vorfeld schon angespannt.

Am Flughafen von Gdansk (Danzig) wurden die Schüler von ihren polnischen Austauschpartnern abgeholt und in das neue Zuhause für eine Woche gebracht. Nach einer Eingewöhnungszeit fand gleich am ersten Abend ein Lagerfeuer mit allen Austauschschülern statt. Die polnischen Schüler nahmen Gitarren und Liederzettel mit, und so hatten sie von "Wonderwall"€bis "Biene Maja"€alles dabei. Zusammen wurde dann gesungen und die 200 Brötchen gegessen, die von den polnischen Schülern besorgt worden waren. Einige Bremerhavener Schüler liehen sich die Gitarren aus und so wurde zusammen musiziert.

Auf dem weiteren Programm standen Ausflüge in die Ritterburg "Marienburg", zu den Dünen nach Leba und ins ehemalige KZ Stutthof. Auch eine Stadtführung und eine gemeinsame Fahrt nach Westerplatte, eine Halbinsel von großer historischer Bedeutung im Zweiten Weltkrieg, wurden unternommen.

Es stand viel freie Zeit zur Verfügung. So ging es in die Disco, in den Zoo, zum Bowling oder zum Paintball. Auch am Unterricht wurde teilgenommen, so waren die deutschen Schüler in Sechser-Gruppen im Deutsch- und Englischunterricht dabei.

Am Ende dieser Woche in Polen, die viel zu schnell verging, wurden die Schüler wieder zum Flughafen gebracht und dort verabschiedet. Nächstes Jahr im Juni kommen die polnischen Schüler zum Gegenbesuch. An der Wesermündung werden sie das Klimahaus, das Auswandererhaus, das Wattenmeer und die Stadt Bremen besuchen.

Konzentrationslager Stutthof (Björn und Ben)
Das Konzentrationslager in Stutthof gilt als das erste Konzentrationslager außerhalb der Grenzen Deutschlands. Bereits 1936 wurden erste Listen gefertigt mit Personen, die sofort inhaftiert werden sollten. In erster Linie diente das Konzentrationslager in Stutthof der Inhaftierung Intellektueller polnischer Größen wie z.B. Lehrer, Akademiker, Abgeordnete oder Professoren.

Das Konzentrationslager bei Stutthof (ca.37km entfernt von Danzig) war erst ein Gefangenenlager bis es 1941 zu einem Konzentrationslager umgebaut wurde. Vor dem Umbau bot es Platz für 3 500 Häftlinge, nach 1941 für 57 000. Es gab weitere 39 Außenlager mit Platz für jeweils 5 000 Häftlinge, sodass das Konzentrationslager Stutthof mit all seinen Außenlagern 252 000 Häftlinge fasste.

1944 wurden Gaskammern angebaut, die allerdings nach einem Brand abgeschafft worden sind. Sie wurden durch Eisenbahnwagons ersetzt, trotzdem blieb die Zahl der in den Gaskammern umgebrachten Personen mit 1150 Opfern relativ gering.

Die Leichen wurden nach der Vergasung in Öfen oder auch im Freien verbrannt. Ende 1944 nahm die Zahl der Häftlinge dramatisch zu.

Die meisten der neuen Häftlinge wurden aus weiter östlich liegenden Lagern nach Stutthof versetzt, da die Sowjetunion immer weiter in Richtung Westen vordrang.

Das Lager wurde im Januar 1945 geschlossen, weil die Rote Armee im Anmarsch war. Die Häftlinge wurden in Kolonnen von 1000-1500 Mann mit 40 Wachleuten im Abstand von 7 Kilometern auf sogenannte Todesmärsche geschickt. Das Ziel dieser Märsche war wenigstens einen Teil der Häftlinge als Arbeiter in andere Lager zu überführen und auch um die Gräueltaten der Nationalsozialisten vor den Alliierten zu vertuschen.

Die Häftlinge mussten bei diesen Märschen bei eisigen Temperaturen und fast ohne Verpflegung sieben Tage oder noch länger marschieren.

Die Häftlinge, die nicht mehr laufen konnten oder nur etwas zurück hingen wurden auf der Stelle erschossen.



 
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